Eine Grafikkarte von oben auf hellem Grund, daneben ein Kugelschreiber als Grössenvergleich
Teil 3 · Cloud, Hardware, Break-even Preise am 8. August 2026 bei den Anbietern abgerufen

Das KI-Modell kostet fast nichts. Alles andere kostet

Eine Abteilung mit 60 Personen zahlt für die Modellaufrufe rund 36 Franken im Jahr. Für eine fertige Arbeitsoberfläche zahlt dieselbe Abteilung zwischen 25 000 und 58 000. Wer über KI-Kosten spricht und nur die erste Zahl kennt, plant falsch.

Von Mike Jenke Lesedauer 11 Minuten Stand 10. August 2026
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KI-Einsatz im regulierten Umfeld, 4 Teile

  1. Teil 1 Was ist erlaubt?

    Merkblatt, Datenschutz, Amtsgeheimnis. Und was der Eigenbetrieb löst.

  2. Teil 2 Muss es das stärkste KI-Modell sein?

    Gemessene Leistung auf Verwaltungstexten, Lizenzen, Grenzen der Grösse.

  3. Teil 3 · hier Der Kostentreiber ist selten das KI-Modell

    Cloud gegen Eigenbetrieb, Hardware, Strom, und ab wann es kippt.

  4. Teil 4 Schweizer Anbieter, und was sie Ihnen nicht abnehmen

    Zehn Anbieter, drei Betriebsformen, und worauf Sie achten müssen.

Kurz gefasst

In fast jedem Gespräch über offene Modelle fällt der Satz, im Eigenbetrieb werde es billiger. Nachgerechnet stimmt das für den grössten Teil der Verwaltung nicht, und zwar deutlich nicht.

Alle Zahlen hier sind mit den Anbieterpreisen vom 8. August 2026 gerechnet.

Drei Begriffe, falls Sie hier eingestiegen sind

  • Modell. Ein Programm, das Text fortsetzt. ChatGPT ist eine Bedienoberfläche für ein solches Modell, nicht das Modell selbst.
  • Token. Die Einheit, in der Modelle abgerechnet werden. Ein Textbaustein, mal ein Wort, mal eine Silbe. Faustregel: Eine A4-Seite Verwaltungsdeutsch sind rund 500 Token. Damit lässt sich jede Preisliste in Seiten umrechnen.
  • Grafikkarte. Das Bauteil, auf dem ein Modell rechnet. Der Name führt in die Irre, mit Bildschirmgrafik hat das nichts zu tun. Ob die Karte bei Ihnen steht oder beim Anbieter, entscheidet über den ganzen Kostenvergleich unten.

Ausführlicher stehen diese Begriffe in Teil 1, die Rechenwege dahinter im Grundlagenbeitrag 4B, 70B, 397B-A17B.

Vier Wege, vier Preisschilder

Bevor eine einzelne Zahl fällt, muss klar sein, was Sie überhaupt kaufen. Zwischen einem Modell und einer Mitarbeiterin, die damit arbeitet, liegen mehrere Schichten, und je nach Weg zahlen Sie für unterschiedlich viele davon.

WegWas Sie bekommenWas noch fehlt60 Personen kosten
Fertige Arbeitsoberfläche
Safe Swiss Cloud, PeakPrivacy, AlpineAI
Ihre Leute öffnen im Browser eine Seite, melden sich an und tippen ihre Anweisung in ein Eingabefeld, ähnlich wie bei ChatGPT. Dokumente ziehen sie per Maus hinein. Einführung, Schulung und die Freigabe der Datenkategorien. Dazu die Anbindung an Ihre Fachanwendung, falls Sie die wollen. CHF 2100 bis 4800
je Monat
Modellzugang
Infomaniak, Safe Swiss Cloud, PHOENIQS
Einen Zugangsschlüssel. Damit kann ein Programm das Modell ansprechen. Keine Oberfläche, kein Bildschirm. Die Oberfläche. Jemand muss sie bauen oder eine fertige aufsetzen und betreuen. CHF 3
je Monat
Gemietete Rechenleistung
Exoscale, cloudscale, Nine
Fernzugang zu einem Server mit Grafikkarte, der im Rechenzentrum des Anbieters steht. Niemand schickt Ihnen Hardware. Modell aufspielen, Bediensoftware installieren, Zugriffe und Protokollierung regeln, Oberfläche stellen, alles laufend betreuen. CHF 407 bis 1572
je Monat, ohne Betreuung
Eigene Hardware
Kauf
Eine Karte in Ihrem eigenen Serverraum. Dasselbe wie oben, dazu Beschaffung, Ersatzgerät und Rackplatz. CHF 461
je Monat, ohne Betreuung

Gerechnet für 60 Mitarbeitende, die je zwei zehnseitige Dossiers an jedem der 21 Arbeitstage zusammenfassen lassen, also 2520 Vorgänge im Monat. Die Preise sind überwiegend ohne Mehrwertsteuer angegeben. Modellkosten mit Gemma 4 31B bei Infomaniak. Lizenzpreise: CHF 35 je Person bei Safe Swiss Cloud, CHF 74 bis 80 bei AlpineAI. Mietpreise für eine Karte mit 96 GB, unterer Wert für Bürozeiten, oberer für Dauerbetrieb. Kauf über vier Jahre abgeschrieben plus Strom, ohne Server. Betreuung ist in den unteren beiden Zeilen nicht enthalten, dazu gleich mehr. Der grösste Hebel steht nicht in der Tabelle: Lizenzen zahlen Sie je Person, Tokens je Vorgang. Wenn nur 20 Ihrer 60 Leute einen Zugang brauchen, drittelt sich die erste Zeile, die zweite bleibt fast gleich.

Der Sprung zwischen Zeile eins und zwei ist der wichtigste Befund dieser Serie. Dieselbe Arbeitsmenge kostet als reiner Modellaufruf 3 Franken im Monat und als fertiges Produkt 2100 bis 4800. Bezahlt wird dabei nicht das Modell, sondern die Oberfläche, der Betrieb, der Support und die Haftung. Wer diese Schichten selbst stellen will, spart die Lizenzgebühr und übernimmt die Arbeit.

Was ein Vorgang beim Anbieter kostet

Mehrere Schweizer Anbieter betreiben offene Modelle und rechnen nach Tokens ab. Die Preise, alle am 8. August 2026 abgerufen, in Franken je Million Tokens:

ModellAnbieterEingabeAusgabe
Nemotron 3 Nano 30BInfomaniak0.050.20
Gemma 4 31BSafe Swiss Cloud0.1360.374
gpt-oss-120bPHOENIQS0.11540.4617
Gemma 4 31BInfomaniak0.200.40
Mistral Small 4 119BInfomaniak0.200.75
Apertus 1.5 70BPHOENIQS0.61952.2201
Apertus 1.5 70BInfomaniak0.702.50
Qwen3.5 397B-A17BInfomaniak0.803.60

Listenpreise in CHF je Million Tokens, abgerufen am 8. August 2026. Achtung bei kleinen Mengen: Bei Safe Swiss Cloud gilt zusätzlich ein Mindestumsatz von CHF 95 im Monat, bei PHOENIQS ein Abonnement von CHF 50 im Monat. Wer nur wenige Franken verbraucht, zahlt dort also den Mindestbetrag, und der günstigste Tokenpreis wird zum teuersten Angebot. Swisscom betreibt Apertus ebenfalls, veröffentlicht dafür aber keine Preise.

Mit 500 Tokens je A4-Seite lassen sich diese Preise in Arbeit umrechnen. Ein zehnseitiges Dossier hinein, eine Seite Zusammenfassung heraus, ergibt 5000 Tokens Eingabe und 500 Ausgabe:

0.12 Rp. ein Dossier mit Gemma 4 31B

Zehn Seiten zusammengefasst. Tausend davon kosten CHF 1.20.

0.475 Rp. dasselbe mit Apertus 70B

Rund viermal so viel. Tausend davon kosten CHF 4.75.

1.43 Rp. ein Sitzungsprotokoll

30 Seiten Transkript zu 3 Seiten Protokoll, mit Apertus 70B.

Diese Grössenordnung ist auch der Grund, weshalb die Frage «Cloud oder selbst betreiben» selten eine Kostenfrage ist.

Der Modellaufruf ersetzt die Arbeitszeit nicht, er verkürzt sie. Eine Zusammenfassung, die in eine Verfügung einfliesst, muss gelesen und verantwortet werden. Aus einer halben Stunde werden zehn Minuten, nicht null.

Was die Hardware kostet

Wer selbst betreiben will, kann mieten oder kaufen. Wichtig zum Verständnis: Bei allen Mietangeboten steht die Karte im Rechenzentrum des Anbieters. Sie bekommen einen Fernzugang, keine Lieferung. Nur beim Kauf steht Hardware in Ihrem Haus.

Drei Mietstufen

CHF 390 bis 990 Verwaltet, geteilte Karte

AIVITY betreibt Karten mit 32 bis 96 GB und liefert die Modelle vorinstalliert. Die kleinste Stufe reicht für Modelle bis rund 10 GB, die mittlere bis rund 20 GB. Geteilt heisst: Auf derselben Karte rechnen auch andere Kunden. Wer Datenhoheit als Begründung anführt, muss das prüfen.

CHF 407 bis 1572 Eigene Karte, stundenweise

Exoscale und cloudscale.ch vermieten eine RTX PRO 6000 mit 96 GB sekundengenau, Exoscale zu CHF 2.1528 je Stunde, cloudscale zu weniger als CHF 2.20. Die Spanne oben ist mit dem Exoscale-Preis gerechnet: der untere Wert für 189 Bürostunden im Monat, der obere für 730 Stunden Dauerbetrieb.

ab CHF 1104 Dedizierter Server

Nine.ch vermietet GPU-Server ab CHF 1104 im Monat, zwei Standorte in Zürich. Für ein 70B-Modell die realistische Einstiegsstufe. Welche der angebotenen Karten dafür nötig ist, klären Sie im Angebot.

Beim Kauf zählt der Speicher, nicht das Tempo

Ein Modell muss vollständig in den Speicher der Karte passen, sonst läuft es gar nicht. Deshalb steht in der letzten Spalte der Preis je Gigabyte.

GerätPreisSpeicherTempoje Monat über 4 JahreCHF je GB
RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q
Grafikkarte, braucht einen Server
11 66096 GB1792 GB/s243121
RTX PRO 4500 Blackwell
Grafikkarte, braucht einen Server
3 14432 GBk. A.6698
GeForce RTX 5090
Grafikkarte für Spiele
4 99932 GB1792 GB/s104156
Apple Mac Studio M3 Ultra
vollständiger Rechner
4 73996 GB819 GB/s9949

Tagespreise in CHF bei digitec.ch, abgerufen am 8. August 2026. «Tempo» ist die Speicherbandbreite, sie bestimmt, wie schnell das Modell Text erzeugt. Beim Mac ist der Speicher gemeinsamer Arbeitsspeicher für Rechner und Modell; nutzbar für das Modell ist davon nur ein Teil, weshalb der Preis je Gigabyte in der Praxis höher liegt als angegeben. Abschreibung linear über 48 Monate, ohne Restwert.

Die Karte für Spiele ist beim Speicher am teuersten. Die RTX 5090 kostet 1855 Franken mehr als die professionelle RTX PRO 4500 und hat denselben Speicher. Schnell ist sie schon. Für den Einsatz im Rechenzentrum sprechen trotzdem die Profikarten, unter anderem weil ihr Speicher eine Fehlerkorrektur mitbringt. Die schützt davor, dass ein zufällig gekipptes Bit im Speicher unbemerkt zu einem falschen Ergebnis führt.

Der Mac ist beim Speicher deutlich günstiger und bringt einen vollständigen Rechner mit. Für einen ersten Versuch im eigenen Haus ist er oft der schnellste Weg: ein Gerät, ein Stromkabel, keine Serverbeschaffung. Für den Mehrbenutzerbetrieb fällt er aus, weil die verbreitete Server-Software dafür auf NVIDIA-Technik aufbaut, die es auf dem Mac nicht gibt. Dazu kommen fehlende Fehlerkorrektur, keine Fernwartung und keine Bauform für den Serverschrank.

Was der Strom kostet, wenn die Karte durchläuft

Eine RTX PRO 6000 Blackwell nimmt maximal 600 Watt auf. Bei 730 Betriebsstunden im Monat sind das 438 Kilowattstunden. Mit dem Medianpreis von 27.7 Rappen, den die Eidgenössische Elektrizitätskommission für 2026 ausweist, ergibt das 121 Franken für die Karte allein. Mit Netzteilverlusten, dem übrigen Server und der Kühlung rechnen wir mit dem Faktor 1,8, also rund 218 Franken. Läuft die Karte nur während der Bürozeiten, sind es 57 Franken.

461 CHF im Monat, nur die gekaufte Karte

Dauerbetrieb, Abschreibung über vier Jahre plus Strom. Was drumherum nötig ist, kommt dazu.

1572 CHF im Monat, dieselbe Karte gemietet

Rund um die Uhr, im Rechenzentrum des Anbieters, mit Netz und Ersatz.

Dieser Vergleich hinkt zugunsten des Kaufs, und zwar erheblich. Links steht eine nackte Karte, rechts ein betriebsfertiger Dienst mit Netz, Speicher, Ersatzteilen und jemandem, der bei einem Ausfall reagiert. Der Server um die Karte herum, ein zweites Gerät für den Ausfall und der Rackplatz sind in den 461 Franken nicht enthalten. Wer ehrlich rechnet, landet beim Kauf ungefähr beim Doppelten und damit nahe an der Miete.

Zu den Annahmen: Der Strompreis ist der Medianwert für Haushalte 2026. Gewerbetarife liegen in der Regel darunter, unsere Stromrechnung ist damit eher zu hoch als zu tief. Der Faktor 1,8 für Server und Kühlung ist eine Annahme aus der Praxis, keine Messung. Die 600 Watt gelten für die Workstation-Ausführung. Zur sparsameren Max-Q-Variante, die in der Kauftabelle steht, liegt uns keine eigene Angabe zur Leistungsaufnahme vor. Unsere Stromrechnung ist damit eine obere Schranke.

Ab wann sich der Eigenbetrieb rechnet

Der Bruchpunkt ist einfach zu bestimmen: feste Monatskosten geteilt durch die Kosten eines Vorgangs beim Anbieter. Darunter ist der Anbieter günstiger, darüber der Eigenbetrieb.

BetriebsformModell und AufgabeBruchpunktEntspricht
Verwaltete Karte, mittlere Stufe
CHF 690 im Monat
Gemma 4 31B
Dossiers zusammenfassen
575 000 Vorgänge im Monat rund 1400 Mitarbeitende mit je 20 Dossiers am Tag
Dieselbe Karte, aber mit Betreuung
CHF 690 + 1250 im Monat
Gemma 4 31B
Dossiers zusammenfassen
1 617 000 Vorgänge im Monat rund 3850 Mitarbeitende mit je 20 Dossiers am Tag
Eigene Karte, Bürozeiten
CHF 407 im Monat
Apertus 70B, verkleinert
Sitzungsprotokolle
28 600 Vorgänge im Monat rund 270 Mitarbeitende mit je 5 Protokollen am Tag

Eigene Rechnung mit den Tokenpreisen von Infomaniak. Mit den günstigeren Preisen von Safe Swiss Cloud läge der erste Bruchpunkt bei rund 796 000 statt 575 000 Vorgängen. Ein Dossier: 10 Seiten hinein, 1 Seite hinaus. Ein Protokoll: 30 Seiten Transkript hinein, 3 Seiten hinaus. Umrechnung mit 500 Tokens je A4-Seite, 21 Arbeitstage im Monat, Bürozeiten mit 9 Stunden je Tag. Die Zahl der Vorgänge je Person und Tag ist bewusst grosszügig gewählt. Zwei Vorbehalte: Apertus 70B belegt unquantisiert 144 GB und passt nur verkleinert auf eine einzelne 96-GB-Karte; was das an Genauigkeit kostet, haben wir nicht gemessen. Und wir haben nicht geprüft, ob eine einzelne Karte die genannten Mengen überhaupt verarbeiten kann. Bei den beiden oberen Zeilen ist das unwahrscheinlich, sie zeigen die Rechengrenze, nicht ein erreichbares Szenario.

Für Gemeinden und mittlere Verwaltungen liegt der Bruchpunkt ausser Reichweite. Grosse Kantone und der Bund erreichen ihn, sobald grosse Textmengen durch ein teures Modell laufen, wie in der dritten Zeile. Wer 6000 Mitarbeitende hat, rechnet also anders als eine Gemeinde mit 40.

Der Posten, der in keiner Preisliste steht

Ein selbst betriebenes Modell braucht Aufmerksamkeit: aufsetzen, aktualisieren, Durchsatz überwachen, Ausfälle beheben, Zugriffe und Protokollierung regeln. Rechnet man eine Stelle mit Vollkosten von 150 000 Franken im Jahr, ergibt das:

1250 CHF im Monat für 10 Stellenprozent

Mehr als die gekaufte Karte samt Strom.

2500 CHF im Monat für 20 Stellenprozent

Realistischer, sobald mehrere Stellen darauf zugreifen.

218 CHF im Monat für den Strom

Zum Vergleich, bei Dauerbetrieb inklusive Kühlung.

Zehn Stellenprozent sind rechnerisch bequem und praktisch schwierig. Sie können keine Zehn-Prozent-Stelle für eine Fachperson ausschreiben, die Modellbetrieb beherrscht. In der Praxis bedeutet dieser Posten entweder einen Anteil an einer bestehenden Stelle, die dafür Zeit bekommen muss, oder einen Vertrag mit einem Dienstleister zu Stundenansätzen, die über den hier gerechneten liegen. Der Ansatz von 150 000 Franken Vollkosten ist für diese Qualifikation eher tief.

Die Eidgenössische Finanzkontrolle hat 2025 einen Rahmen aus der anderen Richtung geliefert. In ihrem Bericht zu Chatbot-Vorhaben des Bundes fand sie 21 Projekte. Für die Kategorie mit selbst betriebenen offenen Modellen nennt sie eine Spanne von 400 000 bis 2 Millionen Franken.

Diese Millionenbeträge sind keine Betriebskosten. Es sind Projektkosten für Vorhaben, die eine ganze Anwendung entwickeln: Anbindung an Fachsysteme, Oberfläche, Rechtsprüfung, Sicherheitskonzept, Schulung, Projektleitung. Die Infrastruktur, um die es in diesem Artikel geht, ist darin ein kleiner Teil. Die Finanzkontrolle hielt zudem fest, dass sich diese Vorhaben alle noch im Forschungs- oder Entwicklungsstadium befänden.

Vier graue Archivschachteln übereinandergestapelt auf einem Betonboden, die unterste ist die grösste
Sie kaufen Schichten, kein KI-Modell. Die unterste ist die günstigste und für sich allein unbrauchbar.

Der stärkste Einwand gegen den Eigenbetrieb

Er lautet: Wenn Datenhoheit der tragende Grund ist, dann löst ein Schweizer Anbieter mit sauberem Auftragsbearbeitungsvertrag und Rechenzentrum im Land dasselbe Problem, zu einem Bruchteil der Kosten und ohne dass jemand bei Ihnen erreichbar sein muss.

Für den grössten Teil der Verwaltungsarbeit ist er die richtige Antwort. Übrig bleiben für den Eigenbetrieb drei Fälle: Daten, die aus rechtlichen Gründen das Haus nicht verlassen dürfen und für die auch ein inländischer Auftragsbearbeiter nicht genügt. Dauerlast in einer Grössenordnung, in der die Tokenabrechnung tatsächlich kippt. Und ein Modell, das so tief angepasst werden muss, dass kein Anbieter es in dieser Form führt.

Was wir empfehlen

Begründen Sie den Eigenbetrieb nicht mit Kosten. Unterhalb des Bruchpunkts hält die Rechnung nicht. Tragfähig sind zwei andere Begründungen: Daten, die das Haus nicht verlassen dürfen, und ein Modell, das auf Ihre Sprache abgestimmt werden muss. Für die zweite brauchen Sie offene Gewichte, nicht zwingend eigene Hardware. Ein angepasstes Modell lässt sich auch bei einem Anbieter unterbringen, der Modelle exklusiv für einen einzelnen Kunden betreibt.

Budgetieren Sie die Schichten, nicht das Modell. Die Modellaufrufe sind Rundungsfehler. Was Sie beantragen müssen, ist die Oberfläche, die Einführung und die Betreuung. Für eine Abteilung mit 60 Personen liegt die realistische Grössenordnung zwischen 20 000 und 58 000 Franken im Jahr. Am unteren Ende steht ein schlanker Eigenbetrieb: 407 Franken Miete plus 1250 Franken Betreuung, mal zwölf. Am oberen stehen fertige Lizenzen mit 25 000 bis 58 000, je nach Anbieter und je nachdem, wie viele Ihrer Leute wirklich einen Zugang brauchen.

Und rechnen Sie die Einführung getrennt. Rechtsprüfung, Folgenabschätzung, Anbindung, Schulung und Abnahme fallen einmalig an und stehen in keiner der Tabellen oben. In Bundesprojekten dominieren genau diese Posten.

Vor dem Kostenvergleich

  • Vergleichen Sie nur, was dieselben Schichten enthält. Ein Lizenzpreis je Person umfasst die Oberfläche, ein Tokenpreis nicht. Der Unterschied ist keine Ersparnis, sondern eine offene Aufgabe.
  • Rechnen Sie beim Eigenbetrieb die Betreuung ein, bevor Sie Hardware vergleichen. Schon zehn Stellenprozent kosten mehr als die gekaufte Karte samt Strom, und zehn Prozent reichen für einen Dienst im Dauerbetrieb nicht.
  • Prüfen Sie bei Angeboten mit Mindestumsatz, ob Ihr Verbrauch überhaupt in die Nähe kommt. Bei kleinen Mengen entscheidet der Mindestbetrag, nicht der Tokenpreis.
  • Fragen Sie beim Mietangebot nach, wo die Karte physisch steht, und lassen Sie sich den Standort im Vertrag zusichern. Eine Auswahl im Bestellformular genügt nicht.
  • Planen Sie den Modellwechsel ein. Erscheint eine neue Version, ist das keine Installation, sondern eine erneute Abnahme an Ihren Testfällen.

Offenlegung

  • digitario berät Verwaltungen und Unternehmen bei Auswahl, Beschaffung und Einführung von KI-Systemen. Dieser Artikel endet mit einem Gesprächsangebot.
  • Er entstand ohne Auftrag, ohne Bezahlung und ohne Vorabeinsicht eines der genannten Anbieter. Keiner von ihnen hat Material geliefert, das nicht öffentlich abrufbar wäre.
  • Alle Preise stammen von öffentlichen Anbieterseiten, die Rechenwege sind im Text offengelegt. Wo wir etwas nicht messen konnten, steht es dabei.

Offene Fragen

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In einem Erstgespräch nehmen wir Ihr Mengengerüst auf, ordnen es den vier Wegen zu und rechnen die Grössenordnung durch, inklusive Einführung und Betreuung. Das Ergebnis können Sie danach selbst weiterführen.

30 Minuten · kostenlos · direkt bei Mike Jenke
Stand dieses Artikels: 10. August 2026. Teil 3 einer vierteiligen Serie. Alle Preise wurden am 8. August 2026 bei den Anbietern abgerufen, die Kaufpreise bei digitec.ch. Die Rechnung ist im Text offengelegt und mit eigenen Zahlen nachvollziehbar. Preise ändern sich in diesem Feld schnell, die Rechenwege bleiben gültig. Wo wir etwas nicht belegen oder nicht messen konnten, steht es im Text.

Quellen

  1. Eigene Erhebung. Anbieterpreise von Infomaniak, Safe Swiss Cloud, PHOENIQS, Exoscale, cloudscale.ch, Nine.ch, AIVITY, AlpineAI und PeakPrivacy, jeweils von den Anbieterseiten am 8. August 2026
  2. Eigene Erhebung. Kaufpreise und technische Daten der Karten und Geräte, digitec.ch am 8. August 2026. Tagespreise, keine Beschaffungskonditionen.
  3. Schweiz. Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom, Medienmitteilung zu den Strompreisen 2026 vom 9. September 2025 · elcom.admin.ch
  4. Schweiz. Eidgenössische Finanzkontrolle, Bericht 24181 vom 25. Februar 2025 zu Chatbot-Vorhaben des Bundes · efk.admin.ch
  5. In eigener Sache. Die vollständige Rechnung samt Rechenwegen liegt als Skript im Projekt und lässt sich mit eigenen Zahlen wiederholen.
Mike Jenke
Mike Jenke digitario GmbH · Zürich

Berät Verwaltungen und Unternehmen bei Beschaffung und Einführung von KI-Systemen. Pflegt die Vergleichsmatrizen auf dieser Seite.